Der Kampf mit dem Drehzahlmessgedöns
oder
wie einem ein Mopped Demut beibrigt.
Tja, da hatte ich mich in fortgeschrittenem Alter doch entschieden,
mich mal an Motorräder zu wagen und war an eine Hoda CX 500
C, eine PC01, Baujahr 1981 gekommen.
So ganz gefiel sie mir nicht, aber die Basis schien gut
zu sein.
Unter anderem störte mich, dass das Cockpit umgebaut war.
Irgendwer hatte unter anderem mal den Drehzahlmesser entfernt.
Bei eBay hatte ich günstig einen
neuen alten incl. Halterung und eine Drehzahlwelle geschossen und so quasi als Moped-Schrauber-Einstand zum Sammeln der 1.
Schraubererfahrung hatte ich mir dann blauäugig, wie ich so war, an einem Sonnabend gedacht: och,
das bau ich mal schnell an.
Ja: "schnell mal" hatte ich gedacht - kann ja so wild nicht sein,
Instrument anbauen und Geberwelle anschließen. Wo sie in den
Motor geht, war klar. Der Abbauer hatte die alte Welle einfach
abgekniffen und den Reststummel konnte ich ja sehen.
Also, erst mal die Kühlerverkleidung ab, dann müsste
man da doch eigentlich schon dran kommen. Hier tauchte dann aber schon
das 1. Problem auf: 4 Schrauben zeigten sich äußerst
unwillig und statt Kreuzschlitz waren nur noch Krater vorhanden.
Na ja, mit einiger Überredungskunst und Griffen in die
Trickkiste gaben die dann doch auf und ich musste feststellen, dass das
nicht wirklich was gebracht hatte
Ok, was soll's, Kühlwasser ablassen (vielleicht 'eh nicht
schlecht, das zu erneuern) und Kühler abbauen.
blödes Lüfterrad
Also: Schraube raus - Lüfterrad geht aber nicht so einfach
runter.
Hier half dann das Reparaturanleitungsbuch weiter. Da soll ein Gewinde
drin sein für eine Abdrückschraube.
Guck ...
tatswahrhaftig: da ist Gewinde drin. Fluchs gemessen; so ca. M14
müsste das wohl sein.
Nach 1/4 Stunde suchen in der Schraubenkiste kam ich dann gut gelaunt
mit einem M14 Bolzen zurück. Nur: die fasste zwar , aber nach
einer halben Umdrehung ging das viel zu schwer.
Also: Bolzen wieder raus und mal genau mit Taschenlampe gucken. Sah ja
irgendwie nicht so ganz nach einem standard M14 Gewinde aus
Im CX500-Forum fand ich dann die Lösung: M14 x 1,5!
Feingewinde! Schei**!
Erst mal Kaffee trinken.
Zurück und hilft ja nix. Bastelstunde!
Aber M14 x 1,5 ... weder so eine Schraube ließ sich finden,
noch so ein Schneideisen.
Entscheidung: Werkzeug bauen ... ich wollte doch nur KURZ die
Drehzahlwelle anschließen.
Aber, Glück gehabt, in der Restekiste fand ich noch ein
Stück 6-kant Material SW 14. Drehbank angeworfen und nun bin
ich stolzer Besitzer eine Ausdrückschraube M14 x 1,5

Und Schwups ... Lüfterrad runter -> Prinzip Hoffnung
Endlich, dachte ich, am Ziel. Der Drehzahl-Wellen-Anschluss lachte mit
an. Wobei ich DAS Lachen wohl eindeutig falsch eingeschätzt
hatte. Dass das so ein gemeines "ja, glaub man, du bist am Ziel, ich
werd dir das schon zeigen"
Noch eine Schraube, nämlich die, die die Drehzahlwelle
hält ....
Aber: Kreuzschlitz
und Schraube fest -> Ergebnis nix zu wollen.
Einsicht: der ganze Nockenwellenlagerbock (ich hatte ja mittlerweile im
Reparaturhandbuch weiter gelesen) muss raus. Schei***, da geht bestimmt
die Dichtung auch noch in Mors
Aber, hilft ja nix. Also: 4 Schrauben los, das ganze Teil runter,
Dichtung natürlich zerfleddert. Na gut, aber ein Schritt
weiter.
Ich wollte doch nur "schnell mal" den Drehzahlmesser wieder anbauen!
Und selbst in der Werkstatt war nichts zu wollen. Irgendwann war dann
statt Kreuzschlitz nur noch ein Krater vorhanden.
Jetzt wusste ich auch, warum mich der Drehzahl-Wellen-Anschluss so nett
angelacht hatte ... wobei, ich hatte ihn jetzt ja in der Werkstatt
Ab auf die Bohrmaschine

und den Problemlöser angesetzt

Ich dachte schon, der Ausdreher bricht ab. Aber "Knack" und die
Schraube war los.
... und damit hatte ich dann eigentlich gewonnen.
NUR noch kurz zum Baumarkt. Die Schraubenkiste enthielt M5 Imbus nur in
Edelstahl und schwarz und der Nockenwellenlagerbock ist Alu ... Ich
hätte gerne EINE M5 Imbusschraube verzinkt ->
€ 0,12 + 3/4 Stunde Fahrtzeit + Sprit = wahrscheinlich die
teuerste M5 Imbusschraube der Welt
Und: "wir basteln uns eine Dichtung" Schnibbel-Bastelstunden.
Wieder zusammen war dann ja ruck-zuck erledigt und der Samstag auch.
Dabei wollte ich doch nur "schnell mal" das Instrument anbauen und die
Geberwelle anschließen.