Mal kurz den Sammler neu anmalen
oder
Warum meine Güllepumpe eindeutig weiblich ist
Jetzt weiss ich es: meine Gülleumpe ist weiblich.
Aber, der Reihe nach:
Der Sammler meiner Honda PC01 war schon reichlich angemackelt und angeregt
durch einen Beitrag im Internet hatte ich mir gedacht.
"och, baust ab, schön entrosten, mit Zinkspray grundieren und
dann feuerfeste schwarze Farbe drauf."
Sieht dann bestimmt besser aus und gammelt dann zumindest nicht von
aussen weiter.
Dann mal geschaut, wie die Schrauben aussehen. Na ja ... die Stehbolzen
am Krümmer ... ohhh ohhh ... und dann nur 6mm ...
Kandidaten für "abgerissen". Aber, was solls: dem Mutigen
gehört die Welt!
Und wider Erwarten, ich war schon richtig begeistert: die Schrauben
gingen prima los; ohne Geaste und Trickkiste. Es war die reinste Freude.
Auspuff ab und so. Selbst die Verbindungen gingen gut auseinander.
Dichtungen prima und heil. Was will man mehr.
Das macht richtig Laune mit dem Gefühl: "Wir werden noch
richtig gute Freunde, die Pumpe und ich"
Aber, DAS konnte ja so nicht wirklich weiter gehen.
Meine Pumpe ist echt so ein hinterhältiges Biest! Erst so
schön locken und alles prima und so ... aber dann
Es fehlte als letztes nur noch die Demontage der kleinen
Hitzeschutzbleche, die direkt am Sammler angeschraubt sind.
Rechts: wunderbar. Die beiden Schrauben fielen fast von selber raus.
Dann kam links.
Die letzten beiden Schrauben der kompletten Aktion. Kreuzschlitz. Schon
etwas angemackelt. Nix zu wollen.
Aber, die Laune war ja gut und das Teil schon ausgebaut und stabil und
aus Stahl.
Für sowas gibt's ja Problemlöser: Schlagschrauber.
Ansetzen und hau-drauf und absolut nix rüht sich.
Es gibt ja noch größere Hämmer!
Rums - Rums - Bums; alles was sich rührte waren
über der Werkbank aufgehängte Teile, die ich jetzt
erst mal wieder zusammen suchen und an Ort und Stelle
zurückbefördern durfte. Natürlich teilweise
irgendwo unter gerollt usw.
Ja, Pumpe zwingt einen auf die Knie und auf den Boden. Wenn sich
wenigstens die Schrauben gerührt hätten. Aber,
absolut nix zu wollen.
Zange am Kopf ansetzen geht natürlich auch nicht. Die
Schraubenköpfe stecken schön in Vertiefungen des
Hitzeschildes.
Also: 3. Akt - wie bekomme ich eine festgerostete Schraube los.
Heiss machen? Kommt wohl nicht so gut, geht das verchromte Hitzschild
kaputt. Gut: Loch rein bohren und Ausdreher benutzen war der Plan.
Die letzten beiden Schrauben ... echt ein Biest diese Pumpe!
Und dann: die Erfahrenen werden es schon vermuten: Knack! Dieser
knirschiege Knack, wenn so gut gehärtetes Werkzeug
wegsplittert.
Schei**e! Nun steckt das Ausdreherfragment natürlich noch
zusätzlich in dieser Schei**schraube. Man gut, dass mich
keiner gehört hat.
Und die Pumpe: die lachte sich so still eins ins Fäustchen.
"Glaub doch ja nicht, dass du an mir einfach so rumschrauben kannst -
ohne wirkliche Beachtung, Dehmut und Ehrfurcht."
Ich will hier mal abkürzen: Bei Schraube 2 des linken
Hitzeschildes hab ich gleich den Kopf abgebohrt. Radikale Methoden
waren jetzt angesagt. Und diesem dämliche Teil mit dem
Ausdreherfragment wurde dann auf der Fräse der Kopf
wegoperiert.
Endlich: alles auseinander.
Eine der jetzt kopflosen Schrauben schaute noch so viel raus, dass sich
eine Gripzange ansetzen ließ, der sie dann endgültig
nicht mehr widerstehen konnte. Unter Protest und starker Gegenwehr
konnte so die Restschraube echt raus gedreht werden.
Die andere widerstand aber auch dieser Aktion.
Gut: Weiter mit radikalen Methoden. Eben den ganzen Dödel mit
Gewinde, wo die Restschraube noch drin steckte abflexen.
Gedacht - getan.
Bei genauem Angucken der anderen Seite, da, wo die Schrauben ganz
leicht raus gingen zeigte sich dann, dass da wohl schon mal jemand
gebohrt hatte. Einer der Gewindedödel hatte statt Gewinde einen
Krater und unten noch ca. 2 1/2 Gewindegänge. Und da ich 'eh
schon dabei war, fiel der dann auch gleich der Flex zum Opfer.
Demontage der Auspuffanlage fertig. 80% der Zeit für die
letzten beiden Schrauben.
Wollte ich nicht eigentlich den Sammler hübsch machen?
Normale Aufschweissmuttern waren natürlich zu dünn.
Aber, das konnte mich schon nicht mehr erschüttern.
Fertigen wir erstmal 2 neue Gewindeböppel aus einem alten 14mm
Bolzen. Ablängen, bohren, Gewinde rein schneiden.
Man gut, dass auf jeder Seite des Sammlers noch ein
Gewindeböpple dran und heil war. Die Hitzeschilde konnten ja
schlecht als Montagehilfe zum Anschweissen der neuen herhalten.
Kenn ich doch schon: wir basteln uns eine Montagevorrichtung.
Ein stück Alu Vierkantstange; da Löcher im gleichen
Abstand wie bei den Hitzeschilden rein. Zu allem
Überfluß sind die Lochabstände beim linken
und rechten Hitzeschild auch noch verschieden. Aber, das macht nun ja
auch nichts mehr. Man nur gut, dass ich das noch gemerkt hatte.
Eigentlich war ich davon ausgegangen, dass die Abstände gleich
sind.
Ätsch, Pumpe, in diese Falle bin ich nicht getappt!
Dann neuen Böppel jeweils an die Montagevorrichtung und das
Teil dann statt des Hitzeschildes angeschraubt, ausgerichtet und
brutzel ... juhu! Es ist wieder was da, wo man Schrauben reindrehen
kann.
Und nun ging's endlich mit dem Hübschmachen weiter:
schön sauber machen, grundieren und zur Strafe aufhengen

Der Rest war dann unspektakulär: feuerfeste Farbe drauf,
trocknen lassen und alles wieder schön zusammen bauen.
Aber, so hintertücksch. Erst schön locken mit nett
und
freundlich und dann: "den stellen wir jetzt mal richtig auf die Probe"
Wie oben schon gesagt. DIESE Pumpe kann nur weiblich sein 